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Wirtschaftsregion Lausitz ZukunftsdialogGemeinsam Perspektiven entwickeln.

Cleantech-Innovationen für die Lausitz

Auf der CLEANTECH-Tagung in Spremberg traf Wirtschaftsförderung auf Wirtschaft und Forschung.

Auf Einladung der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland (CIO) kamen am 12.06.2018 rund 160 "Zukunftsmacher" der Lausitz im Industriepark Schwarze Pumpe zusammen. Im LEAG-Clubhaus trafen sich Vertreter sächsischer und brandenburgischer Wirtschaftsfördergesellschaften sowie Ministerien aus Bund und Ländern mit Unternehmern und Hochschulforschern der Region zu einem intensiven Austausch.

In der Veranstaltung wurden neue Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region aufgezeigt. Im Mittelpunkt dabei: aktuelle politische Maßnahmen, der Transfer von Entwicklungen der Hochschulforschung in die Wirtschaft sowie die aktuellen Fördermöglichkeiten, insbesondere im Bereich der Clean Technologies. In den Tagungspausen, im Ausstellungsbereich sowie in den drei Workshops zu den Themen "Autarke und energieeffiziente Gebäude", "Autonome und nachhaltige Mobilität" sowie "Energieregion Lausitz" wurden gemeinsam Ideen und Transferkonzepte entwickelt, viele neue Kontakte geknüpft, Visitenkarten ausgetauscht und neue Kooperationen vereinbart.

"Eine intensive Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft gerade bei umwelt- und ressourcenschonende Technologien und im Bereich der erneuerbaren Energien, das ist es, was die Lausitz voranbringt", betonte Irena Bernstein Netzwerkmanagerin der CIO. "Um den Wandel erfolgreich zu gestalten, ist es essentiell, kreative Ideen aufzugreifen, gemeinsam über die Landesgrenzen hinweg Projekte umzusetzen und vorausschauend in die Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftszweige zu investieren. Unsere Tagung war dafür wie schon im letzten Jahr ein wichtiger Katalysator. Die Teilnehmer haben die Möglichkeiten zum Austausch intensiv genutzt."

Die produktive Atmosphäre bestätigten auch Teilnehmer. "Der erneute Strukturwandel in der Lausitz, bedingt durch das absehbare Ende des Braunkohleabbaus ist eine Chance", so Claudia Hain von der Bad Saarower Nacompex GmbH, die auf der Konferenz selbst zwei innovative Energiespeicher-Techniken vorstellte. "Ideal dabei ist es, wenn wir vor Ort mit eigenem Know-How punkten. Dazu konnte ich gute Gespräche führen". Auch Alexander Hesse, Transferassistent an der TU Bergakademie Freiberg für das EUConsortium EIT Raw Materials, freute sich über viele Anregungen "Mich interessierte vor allem, wie andere den Wissenstransfer organisieren und wie mittelständische Unternehmen Zugang zu mehr Förderinstrumenten finden". Bei diesem Punkt konnte etwa Anja Bölicke von der Silicon Radar GmbH, einem Entwickler von Chips für Abstandsradar in Frankfurt an der Oder weiterhelfen, indem sie über die gute Vernetzung ihres Unternehmens mit der Halbleiterphysik an der Uni Frankfurt sowie anderen Hochschulen berichtete.
 
Wie lebendig das Wirtschaftsleben und die Forschung in der Lausitz derzeit ist, zeigte sich in den drei Workshops der Tagung. Ob Energieeffizienz im Industrie- und Gebäudesektor, Speichertechnologien, umweltfreundliche Energieversorgung durch erneuerbare Energien oder Rohstoff- und Materialeffizienz und Abfall- und Ressourcenmanagement: An Ideen für die Lausitz mangelt es nicht. 

Intelligente wabenförmige Blechoberflächen wurden vorgestellt, neue Faserkunststoff-Nieten für den Leichtbau und High-Tech Druckbehälter für Hochtemperatur-Brennstoffzellen (alles BTU Cottbus-Senftenberg), Verbesserungen für Kurzstrecken-Lieferfahrzeuge mit Elektroantrieb (HTW Dresden) und ein innovatives und vernetztes Mobilitätskonzept für kleinere und mittelgroße Städte einschließlich Handy-App, Mikrobussen sowie Bike & CarSharing Angebote, derzeit durchgespielt an Hand des Potsdamer Stadtteils Bornstedter Feld (FH Potsdam). Auch E-LKWs für die Kurzstreckenlogistik von Automobilherstellern war Thema (Projekt eJIT), über eine Renaissance der Energiegewinnung durch Biomasse in der Lausitz wurde nachgedacht (HS Zittau-Görlitz), die technischen Möglichkeiten zur Rückgewinnung von strategisch wertvollen Rohstoffen aus Abfällen eingehend beleuchtet (BTU Cottbus-Senftenberg) und PV-Anlagen für Gewächshäuser und Industriedächer vorgestellt (SUNfarming GmbH in Erkner). 

Neugierig gelauscht wurde auch einem Bericht über die Forschungen zur Nutzbarmachung von Wasserpflanzen als Energiequelle (Deutsches Biomasseforschungszentrum) sowie über die Weiterverwendung von Braunkohlekraftwerks und Müllverbrennungsaschen in energieeffizienten Bau- und Dämmmaterialien auf Geopolymerbasis (TU Bergakademie Freiberg). Autarke und Energieeffiziente Gebäude (autartec®) wurden ebenso diskutiert wie hybride Wärmenetze (Systemtechnik Felgentreff). Die meist bereits patentierten Verfahren fanden reges Interesse bei den Workshop-Teilnehmern.

Vor den Workshops wiederum stand unter anderem die jüngst auf Bundesebene gebildete Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" im Mittelpunkt. Das Gremium aus 30 Mitgliedern, darunter auch die Bürgermeisterin von Spremberg Christine Herntier, soll strukturpolitische, umweltpolitische und energiepolitische Konzepte für den Strukturwandel der deutschen Braunkohleregionen in Ost und West entwickeln. "Bereits Ende Oktober dieses Jahres soll das strukturpolitische Aktionsprogramm vorliegen", berichtete Dr. Gerhard Fisch, Ministerialrat Regionale Wirtschaftspolitik im Bundeswirtschaftsministerium. "Wichtig dabei wird sein, dass es nicht darum geht, einfach Geld auszuschütten, sondern klug Anreize zu geben, Stärken zu stärken und dies alles verfassungskonform, auch und gerade vor dem Hintergrund des Auslaufens des Solidarpaktes 2019." 

Hendrik Fischer, Staatsekretär im Brandenburger Wirtschaftsministerium ergänzte den Bericht aus der Bundespolitik mit einem Überblick über die zahlreichen aktuellen Fördermöglichkeiten für die Lausitz und verwies auf die 49 Projekte zum Strukturwandel der Lausitz von Brandenburg und Sachsen, die beim Bund zur Förderung vorliegen. Insgesamt wurde erneut deutlich, auch beim Referat von Barbara Meyer, Abteilungsleiterin im sächsischen Wirtschaftsministerium (SMWA), auf wie vielen Ebenen Initiativen und Institutionen sich für die Zukunft der Lausitz mit seinen rund eine Million Bewohnern einsetzen. Wesentlich befördert wird dieses Engagement darüber hinaus durch die intensive Zusammenarbeit von Brandenburg und Sachsen in allen Lausitzfragen.

SMWA-Vertreterin Meyer verwies beispielsweise darauf, dass der Freistaat Sachsen seine Förderung für den Industriepark Schwarze Pumpe deutlich ausgebaut hat. "Wir haben den Fördersatz von 85 auf 90 Prozent erhöht und geben bis einschließlich 2022 über 60 Millionen Euro". Holger Fahrland vom Industrieparkmanagement der ASG Spremberg machte jedenfalls ein sehr zufriedenes Gesicht. "Dass die Landesgrenze mitten durch unseren Industriepark verläuft, erweist sich zunehmend als Pluspunkt. Sachsen und Brandenburg wetteifern derzeit geradezu bei der Standortförderung."

Die nun zweite Innovationskonferenz der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland, der ASG Spremberg GmbH, der Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH, der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, sowie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg für die Lausitz im Suhler Clubhaus der LEAG im Industriepark Schwarze Pumpe vernetzte erneut erfolgreich die Impulsgeber und Akteure der Region. "Die Fülle an Beträgen war wieder enorm", so Organisatorin Irena Bernstein. "Entscheidend für uns war, erneut Anstöße dafür zu geben und Austausch sowie Kontaktmöglichkeiten zu bieten, damit innovative Clean Techology Ideen nicht in der Schublade verschwinden, sondern zu tragfähigen Geschäftsmodellen weiterentwickelt werden, gerade in der Lausitz. Ich denke das ist uns wieder einmal gut gelungen."

Quelle: CleanTech Initiative Ostdeutschland

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