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Wirtschaftsregion Lausitz ZukunftsdialogGemeinsam Perspektiven entwickeln.

Kulturstrategie für die Lausitz vorgestellt

Im Frühjahr 2019 begann die Arbeit an dem Strategiepapier, das die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH im Rahmen ihres Projektes „Zukunftswerkstatt Lausitz“ in Auftrag gegeben hat. „Kultur ist längst kein weicher Standortfaktor mehr. Kultur ist ein Wirtschaftsfaktor und mitentscheidend, ob Menschen hier gern leben.“ so Heiko Nowak, Projektleiter der Zukunftswerkstatt Lausitz.

Die regionalen Akteure wurden intensiv einbezogen. In Online-Befragungen, über 60 Fokusgesprächen mit den Kulturschaffenden und Workshops wurden die Herausforderungen, Stärken und Ziele herausgearbeitet. In einer zweiten Phase stimmten die beteiligten Akteure und die beiden Landesregierungen einen ersten Entwurf gemeinsam ab. Das nunmehr vorliegende Strategiepapier gibt den Kulturschaffenden sowie den Verwaltungen auf Landes-, - Kreis- und Kommunalebene einen Leitfaden mit konkreten Handlungsempfehlungen an die Hand. Es fließt zudem ein in die „Entwicklungsstrategie Lausitz 2050“ und in den „Kulturplan Lausitz“ in Trägerschaft des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.

Die Kulturstrategie 2025 erfasst die wichtigsten regionalen Kulturakteure und ihre Zusammenarbeit. Aufgezeigt werden Potenziale, Strukturen und konkrete Projekte, die das regionale Kulturleben stärken können. Die Autorinnen der Studie empfehlen erste konkrete Maßnahmen, die eine übergeordnete und überregionale Aufgabe erfüllen. Eine „Zentrale Koordinierungsstelle Kultur“ und „Kulturelle Kontenpunkte im ländlichen Raum“ sollen sowohl ein professionelles Kulturmanagement für die Lausitz sicherstellen als auch die Vielfalt in der Fläche erhalten und die regionalen Akteure individuell beraten. Ein solcher Knotenpunkt ist das „Via Cultura 4.0“ im Landkreis Bautzen, das als Modellprojekt erprobt und im Erfolgsfall auf die gesamte Lausitz übertragen werden sollte. Speziell für die Kommunen, die direkt von der Dekarbonisierung betroffen sind, wird ein Sonderfonds vorgeschlagen, mit denen die Städte und Gemeinden Kultur lokal fördern und pflegen können. Mit der Entwicklung einer Dachmarke „Lausitz/Łužica/Łužyca“und daraus abgeleiteten regionalen Kulturmarken soll ein attraktiver Rahmen für kulturelle Angebote und einen aufblühenden Kultur-Tourismus geschaffen werden. Einen „Leuchtturm“ sieht die Kulturstrategie in der Lausitzer Filmkultur, die ausgebaut werden soll, um hier langfristig Produktionsfirmen anzusiedeln. Die wesentliche Voraussetzung für Kultur im ländlichen Raum ist und bleibt: Wie erreichen die Menschen die Angebote? Hierfür soll ein Mobilitätskonzept erarbeitet werden.

Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH hebt einen weiteren Punkt aus der Kulturstrategie heraus: „Die Lausitz darf selbstbewusster auftreten und muss sich nicht verstecken.“ Beispielhaft sei die bereits gut funktionierende internationale Zusammenarbeit etwa über die UNESCO-Marken bei der Europäischen Industrieroute oder im Europäischen Parkverbund. Hinzu käme eine enge Zusammenarbeit mit den polnischen und tschechischen Nachbarn in den Euroregionen, trinationale Festivals und natürlich das internationale Folklore-Festival in Trägerschaft der Domowina-Bund Lausitzer Sorben. „Speziell das sorbisch-wendische Volk ist ein Alleinstellungsmerkmal, das man noch besser herausstellen kann“, so Heiko Jahn.

Einen Fokus legt die Kulturstrategie auf die künftige Förderung von Infrastrukturprojekten. Konkret vorgeschlagen wird die Entwicklung eines Zentrums für künstlerische Vor- und Nachlässe im Schloss Königshain bei Görlitz. In Kombination mit Ateliers, einem Künstlerhaus und einer Jugendkunstschule könnte ein Zentrum für bildende Kunst entstehen. Bereits bestehende Orte wie das Atelierhaus Werenzhain (Landkreis Elbe-Elster) und die Kunstinitiative Im Friese e.V. Kirschau (Landkreis Bautzen) sollen gezielt gestärkt werden und Gastkünstlern Aufenthalte ermöglichen. Darüber hinaus schlägt die Kulturstrategie vor, sogenannte „dritte Orte“ für Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe zu öffnen. Das können Bibliotheken und Museen sein aber auch Theater, Musikschulen oder Industriebrachen. Sehr konkret wird die Studie bei der Frage, wie man Kultur und Wirtschaft besser vernetzt. Hierfür soll es eine Initiative „Kultur trifft Unternehmen“ geben, die kommunale Wirtschaftsförderer, Kulturschaffende und Vertreter von Betrieben zusammenbringt.

www.zw-lausitz.de/downloads

Besonderer Dank gilt allen Beteiligten und dem Team von Kulturkonzepte von Frau Dr. Taubenberger.

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