Strukturwandel zum Anfassen: Vorstellung des Teilhabefonds in der Lausitz

Auftaktveranstaltung in der Galerie am Großenhainer Bahnhof in Cottbus. Zu sehen ist die erste Reihe im Auditorium unter anderen Bürgermeisterin der Stadt Welzow, Birgut Zuchhold

Der Lausitzer Strukturwandel gewinnt zunehmend an Dynamik. Um diesen Prozess weiter voranzubringen und sicherzustellen, dass viele Bürger von den Chancen profitieren, wird am 29. April der erste Aufruf für den neu aufgelegten Teilhabefonds Brandenburg gestartet. Dieser Fonds unterstützt innovative Projekte, die den Strukturwandel in der Region vorantreiben möchten. Die Finanzierung erfolgt aus dem „Stark-Programm“ des Bundes. Damit werden Projekte gefördert, die den Transformationsprozess zu einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Wirtschaftsstruktur in den Kohleregionen unterstützen.

Ob Infotage oder Schulausflüge, Workshops oder die Öffentlichkeitsarbeit von potenziellen Existenzgründern, ob Honorare oder Mietkosten für Räume und Equipment bei Veranstaltungen: Vieles kann im Rahmen von Projekten mit Strukturwandelbezug gefördert werden, um die Vielfalt des Zusammenlebens in der brandenburgischen Lausitz zu stärken.

Gut vier Millionen Euro stehen dafür bis Ende 2027 zur Verfügung. Pro Projekt können maximal bis zu 50.000 Euro ausgereicht werden, bei einem Eigenanteil von zehn Prozent. Der Ideenwettbewerb findet jährlich statt, wobei jeweils mehrere Projekte gewinnen können.

Beim heutigen Startschuss in Cottbus sagte die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider: „Die Lausitz wandelt sich.  Aber dieser Wandel, der der Region viele Chancen bietet, gelingt nur gemeinsam mit den Lausitzerinnen und Lausitzern! Wir können noch so viele Milliarden Euro in die Hand nehmen und Großinvestitionen anschieben: Nur mit den Menschen, die den Wandel mitgestalten, werden wir auf Dauer Erfolg haben. Daher ist mir der neue Teilhabefonds so wichtig. Mit der Millionen-Förderung kann der Strukturwandel in vielen kleinen Projekten überall in der Lausitz erlebbar gemacht werden. Bei Projekttagen von Schulen oder Veranstaltungen von Dorfgemeinschaften kann gezeigt werden, wie unsere Investitionen für Wirtschaftsansiedlungen, Wissenschaft und Infrastruktur ineinandergreifen und vor allem: wie die Menschen in der Lausitz davon profitieren. Ich freue mich über eine breite Beteiligung und viele kreative Ideen für unsere Lausitz.“

„Der Teilhabefonds ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer zukunftsorientierten Lausitz“, betont Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz. Bei der Gesellschaft ist der Teilhabefonds angesiedelt. „Er bietet eine einzigartige Gelegenheit für engagierte Bürger, ihre Ideen und Initiativen zur positiven Entwicklung der Region einzubringen.“

Bis zum 14. Juni 2024 können Projektideen eingereicht werden. Im Zeitraum vom 1. bis 5. Juli wählt die Jury die Projekte aus. Im Lauf des dritten Quartals 2024 findet eine öffentliche Prämierungsveranstaltung statt.

Angesprochen wird die Mitte der Gesellschaft, insbesondere Vereine, Verbände, Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen, die innovative Ideen und Projekte zur Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz vorantreiben möchten. Entsprechend ist der Wettbewerb in die drei Kategorien Kinder und Jugendliche, Zivilgesellschaft und Existenzgründer unterteilt.

Eine Jury aus Vertretern der beteiligten Landkreise, Kommunen, dem Bundesministerium für Wirtschafts- und Klimaschutz, der Landesregierung, Kinder- und Jugendorganisationen sowie der Kammern und weiterer Akteure trifft die Entscheidung über die Gewinnerprojekte.

Um für eine Förderung in Betracht zu kommen, müssen bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllt sein. Projekte können ausschließlich in den von Kohleausstieg betroffenen Gebieten in der brandenburgischen Lausitz realisiert werden, darunter fallen Cottbus sowie die Landkreise Elbe-Elster, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße. Die Umsetzung der Projektidee darf erst nach Bekanntgabe der finanziellen Unterstützung realisiert werden, muss im Jahr 2024 beginnen und bis spätestens 28. Februar 2025 abgeschlossen und abgerechnet sein. Dabei dürfen investive Maßnahmen ein Viertel der Gesamtsumme nicht überschreiten.

Teilnahmeberechtigt sind juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts. Das bedeutet: Vereine, Verbände, Bildungseinrichtungen, Kammern, Stiftungen und soziale Träger sowie natürliche Personen über 18 Jahre in der Vorgründungsphase können ihre Ideen einreichen. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Kommunen, Unternehmen (außer gemeinnützige gGmbH) sowie politische Parteien und Wählergruppen. Die vollständigen Teilnahmebindungen sind auf der Webseite www.wirtschaftsregion-lausitz.de/strukturentwicklung-lausitz/relevante-foerderangebote/ zu finden. Es handelt sich um ein reines Online-Verfahren. Fragen zum Wettbewerbsaufruf richten Sie bitte per E-Mail an: teilhabefonds@wirtschaftsregion-lausitz.de

  • Förderkategorien und Projektbeispiele:

Kinder und Jugendliche:

Der Strukturwandel in der Lausitz ist ein bedeutender Prozess, der nicht nur die wirtschaftliche Landschaft prägt, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Menschen hat. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Kinder und Jugendliche in diesen Wandel einbezogen werden. Sie sind nicht nur die Zukunft der Region, sondern auch unmittelbar von den Veränderungen betroffen. Um ihre Perspektiven und Bedürfnisse intensiver berücksichtigen zu können, werden Projekte gesucht, die die junge Generation in die Strukturentwicklung einbinden und für eine nachhaltige Zukunft sensibilisieren. Ziel ist, die Weltoffenheit und Toleranz zu stärken und gleichzeitig das Interesse der jungen Heranwachsenden an regenerativen Energien, Naturwissenschaften und Informatik zu wecken. Dabei kann es sich beispielsweise um Projektwochen oder Workshops an Schulen oder Orten des Strukturwandels handeln. Das zentrale Thema sollte dabei die Transformation in der Lausitz sein, mit Schwerpunkten auf ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten. Gefördert werden können zum Beispiel Honorarkosten für Referenten, Raumkosten für Schulungs- und Workshopräume, Übernachtungskosten bei mehrtägigen Veranstaltungen, Verpflegungskosten sowie Kosten für Workshopmaterial und Arbeitsmaterial zur Durchführung von Veranstaltungen.

Zivilgesellschaft:

Angesichts der sich stetig wandelnden Strukturen in unserer Gesellschaft ist es von großer Bedeutung, die Zivilgesellschaft aktiv zu unterstützen und ihre Projekte zu fördern. In diesem Kontext gewinnen lokale Initiativen und Projekte, die das Miteinander und die Lebensqualität vor Ort stärken, zunehmend an Relevanz. Die Förderung solcher Vorhaben trägt nicht nur zur Verbesserung des sozialen Zusammenhalts bei, sondern bietet auch Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung und Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an ihrem Lebensumfeld. Deshalb wird der Teilhabefonds Brandenburg eben solche Projekte fördern, die das Miteinander und das Zusammenleben in der Lausitz, insbesondere in dörflichen Gemeinschaften, stärken. Gesucht werden „Graswurzel“-Projekte, soziale und soziokulturelle Leuchttürme sowie Vorhaben, die die Lebensqualität verbessern. Vorstellbar sind beispielsweise Gesprächs- oder Beteiligungsformate, die den Bewohnern ermöglichen, sich aktiv in ihrem Ort oder ihrer Region einzubringen. Gefördert werden können beispielsweise Eintrittsgelder für Veranstaltungen, Kosten für Führungen, Anmietung von Fortbewegungsmitteln, Honorarkosten für Referenten, Raumkosten, Verpflegungskosten, Genehmigungsgebühren und Kosten für Öffentlichkeitsarbeit.

Existenzgründer:

Neue Unternehmen und Geschäftsideen sind der Motor für Innovation und wirtschaftliches Wachstum. Aus diesem Grund soll der Teilhabefond Brandenburg auch Unterstützung für Existenzgründer bieten, die nicht nur zur wirtschaftlichen Vitalität der Region beitragen, sondern auch den Klimaschutz vorantreiben. Hier liegt der Fokus auf innovativen Ansätzen für Existenzgründungen in der Vorgründungsphase, die den Wandel von fossilen zu nachhaltigen Energiequellen in der Lausitz thematisieren. Gesucht werden Geschäftsideen, die zur Existenzgründung führen und einen Beitrag zum regionalen Strukturwandel und Klimaschutz leisten. Beispielhaft kann es sich hier um Projekte handeln, die Informationsveranstaltungen oder Workshopreihen für Existenzgründer durchführen. Finanziert werden können dann beispielsweise Material- und Druckkosten für Infomaterial, Kosten für Öffentlichkeitsarbeit, Beratungsleistungen für Gründer sowie Kosten für Studioanmietung und Genehmigungsgebühren.

Diese Projekte sollen dazu beitragen, die Lausitz aktiv zu gestalten und den Wandel hin zu einer nachhaltigen Zukunft zu unterstützen.

Quelle: WRL

Wirtschaftsregion Lausitz GmbH

Ingvil Schirling

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