Lausitzer Strukturwandel live: Von KI-Rechenzentren über Algenforschung bis zur maritimen Zukunft
Medienreise der Wirtschaftsregion Lausitz und der IHK Cottbus zeigt innovative Projekte und neue Perspektiven der Transformation
Die Lausitz befindet sich mitten in einem der spannendsten Transformationsprozesse Europas. Wie aus ehemaligen Energiestandorten neue Zukunftsorte für Digitalisierung, Spitzenmedizin, Forschung und Tourismus entstehen, konnten Medienvertreterinnen und -vertreter im Rahmen einer gemeinsamen Medienreise der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus erleben.
Begleitet wurde die Reise vom Lausitz-Beauftragten des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dr.-Ing. Klaus Freytag, sowie dem Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, André Fritsche. Die Stationen in Lübbenau, Cottbus, Senftenberg und an der Sedlitzer Bucht machten sichtbar, wie vielfältig der Strukturwandel in der Region gestaltet wird – von Investitionen in digitale Infrastruktur über innovative Gesundheitsforschung bis hin zu neuen Perspektiven für das Lausitzer Seenland.
Klaus Freytag betont: „Die Lausitz zeigt heute sehr konkret, wie aus ehemaligen Energiestandorten neue Orte für Digitalisierung, Forschung, Gesundheit und Tourismus werden. Strukturwandel gelingt dort, wo mit den Menschen aus guten Ideen konkrete Investitionen, neue Wertschöpfung und Perspektiven für die Region entstehen.“
Lübbenau im Spreewald: Eine Kleinstadt wird zum Strukturwandel-Hub
Zum Auftakt der Pressereise stand Lübbenau/Spreewald im Mittelpunkt. Bürgermeister Helmut Wenzel verdeutlichte den dynamischen Wandel der reizvollen Kleinstadt ca. 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Berlin anhand von Strukturwandelprojekten wie dem Coworking-Space „Green Hub“ in direkter Bahnhofsnähe oder der Erweiterung der Gewerbeflächen auf dem alten Kraftwerksgelände.
Ein besonderer Fokus lag anschließend auf dem neuen Schwarz Digits Rechenzentrum, eine Ansiedlung mit vielen Bezügen zum ehemaligen Kraftwerksgelände. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in den aktuellen Baustellenfortschritt, die Bedeutung der privaten Milliardeninvestition in Höhe von 11 Milliarden Euro für die Region sowie die Nutzung der entstehenden Abwärme für eine nachhaltige Wärmeversorgung des Lübbenauer Umlands.
Modellregion Gesundheit Lausitz: Medizin der Zukunft
Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war die Entwicklung der Lausitz zur Gesundheitsregion. Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem stellte ihre Perspektiven als zukünftiger Standort für universitäre Medizin, Forschung und Lehre vor.
Darüber hinaus präsentierten Forschende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) auf dem Senftenberger Campusgelände das Projekt AVantiLT. Im Fokus stehen die Erforschung von Wirkstoffen aus Algen und deren Potenzial für neue Ansätze in der Krebsmedizin.
Bereits auf dem Weg zur MUL – CT stellte Maria-Liisa Bruckert, Gründerin von IQONIC.AI, die Entwicklung einer KI-gestützten Diagnosesoftware vor, welche die Gesundheitsversorgung in strukturschwachen Regionen wie der Lausitz verbessern soll. Zur Umsetzung dieses Modellprojekts ist IQONIC.AI Teil des Startup Lausitz Accelerators und arbeitet mit der MUL – CT zusammen.
Zukunft am Wasser: Neue Impulse für Tourismus und Wirtschaft
André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, ordnete die Entwicklungen des Strukturwandels auch unternehmerisch ein, erläuterte Transformationsbeispiele und gab Einblicke in die wirtschaftliche Stimmung in der Region. „Trotz milliardenschwerer Förderungen und einer dynamischen Entwicklung kommt der Aufschwung durch den Strukturwandel bei vielen Unternehmen im Alltag noch nicht ausreichend an. Die wirtschaftliche Skepsis bleibt groß. Sie gründet sich auf strukturelle Herausforderungen in unserem Land, die dringend angegangen werden müssen. Dazu zählen schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, ein konsequenter Bürokratieabbau sowie wettbewerbsfähige Energiekosten. Gleichzeitig steht die Lausitz längst im Fokus nationaler und internationaler Investoren. Damit aus Interesse konkrete Investitionen werden, müssen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Eine der größten Herausforderungen bleibt die Sicherung von Fachkräften und Talenten. Denn der Erfolg des Strukturwandels entscheidet sich nicht allein an Fördermitteln, sondern vor allem an den Menschen, die Projekte umsetzen, Innovationen vorantreiben, Unternehmen gründen und bestehende Betriebe auch mit neuen Geschäftsfeldern in die Zukunft führen“, ergänzt André Fritsche.
Beim Fotostopp an der Sedlitzer Bucht wurde deutlich, wie sich aus ehemaligen Bergbaulandschaften neue Zukunftsräume entwickeln. Die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland e.V., Katrin Winkler, gab den Teilnehmenden am Senftenberger Hafen Einblicke in die Entwicklung des Tourismus-Standorts und dessen Bedeutung für die maritime Transformation des Lausitzer Seenlands.
Den Abschluss bildete die Vorführung der mit dem Brandenburger Zukunftspreis ausgezeichneten Klarwasser-Bootshebeanlage der Luckauer Firma AMS Alteno GmbH. Die Anlage ermöglicht es, Sportboote direkt am Liegeplatz und ohne den Einsatz umweltbelastender Hydrauliköle aus dem Wasser zu heben und trocken zu lagern. Dadurch werden Bewuchs am Rumpf und der Bedarf an umweltbelastenden Antifouling-Anstrichen reduziert. Entwickelt wurde die Anlage mithilfe des Förderprogramms „Unternehmen Revier“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das innovative Projekte mit Modellcharakter im Strukturwandel unterstützt.
Strukturwandel erlebbar machen
Die Pressereise verdeutlichte die Bandbreite des Wandels in der Lausitz: vom Aufbau neuer digitaler Infrastruktur über internationale Forschungsperspektiven bis zur Entwicklung neuer Wirtschafts- und Erlebnisräume am Wasser.
Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz, zieht im sechsten Jahr des Strukturwandels eine positive Bilanz: „Das brandenburgische Revier entwickelt sich mit dem Strukturwandel Schritt für Schritt zu einem zentralen Knotenpunkt für exzellente Forschung und Entwicklung. Städte wie Lübbenau, Cottbus oder Senftenberg zeigen, wie sie die aktuell einmalige Dynamik für ihre Zukunft nutzen und gleichzeitig die Lebensqualität für ihre Einwohner weiter ausbauen. Die bereits geschaffenen Strukturen haben das Potenzial, um weitere Unternehmen ebenso wie Fachkräfte anzuziehen und die Zukunft der Lausitz nachhaltig zu sichern.“ Das bestätigt auch das IW-Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln, welches Cottbus als dynamischste Stadt Deutschlands und Brandenburg als Aufsteiger-Bundesland identifiziert.
Quelle: WRL-Presseinformation am 18.08.2026
Bild: Rund 40 Pressevertreterinnen und Pressevertreter folgten im Rahmen der Medienreise Lausitz dem Rundgang über die Baustelle des Rechenzentrums von Schwarz Digits in Lübbenau (c) WRL