Deutsch-polnischer Austausch zum Strukturwandel: Delegation aus Konin zu Gast in Cottbus
Strukturwandel, insbesondere in Kohleregionen, ist nicht nur in der Lausitz, sondern auch international ein wichtiges Thema. Deshalb intensiviert die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH (WRL) die internationale Zusammenarbeit. Seit Mitte 2025 besteht eine feste Kooperation mit der polnischen Wirtschaftsförderung ARR Konin aus der Woiwodschaft Großpolen. Am 10. und 11. Februar 2026 hat die WRL ihre Partner in Cottbus empfangen.
Konin ist – ähnlich wie die Lausitz – stark durch die Braunkohle geprägt und steht vor der Aufgabe, den Übergang zu einer nachhaltigen, emissionsarmen Wirtschaftsstruktur zu gestalten. Im Fokus des Austausches standen daher verschiedene Themen, darunter insbesondere erneuerbare Energien, Wasserstoffwirtschaft, Arbeitsmarktfragen sowie EU-Förderinstrumente.
Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH, betont:
„Internationale Partnerschaften wie mit Konin helfen uns, den Strukturwandel nicht isoliert zu denken, sondern als lernenden Prozess über Ländergrenzen hinweg. Entscheidend ist dabei der ehrliche Austausch: Was funktioniert wo – und warum? Durch diese Erfahrungen können wir voneinander lernen und gemeinsam zukunftsorientierte Projekte entwickeln.“
An dem Austausch nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaftsförderung, Verwaltung, Arbeitsmarktinstitutionen sowie aus dem Energie- und Innovationsbereich teil. Geleitet wurde die Delegation von Maciej Sytek, Präsident der Regionalen Entwicklungsagentur ARR Konin. Mit dabei waren unter anderem Rafał Duchniewski, Leiter der Stadtverwaltung Konin, Ryszard Zaczyński, stellvertretender Direktor des Arbeitsamtes der Woiwodschaft Großpolen, sowie Fachverantwortliche für Innovationsmanagement, EU-Förderprogramme wie der Just Transition Fund und das europäische Projekt „Life after Coal“. Das Programm wurde vom stellvertretenden Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Wrocław, Torsten Göhler, begleitet.
Maciej Sytek, Präsident der Regionalen Entwicklungsagentur ARR Konin, führt aus:
„Die internationale Zusammenarbeit ist für die Regionalentwicklungsagentur von großer Bedeutung. Die Wirtschaftsregion Lausitz ist der erste Partner, mit dem wir eine offizielle Kooperationsvereinbarung geschlossen haben. Dieser Schritt zeigt, wie sehr wir diese Beziehungen schätzen. Wir sind überzeugt, dass gemeinsame Maßnahmen uns dabei helfen werden, unserem Ziel einer klimaneutralen und sozial gerechten Wirtschaft real näher zu kommen. Wir glauben fest daran, dass wir gemeinsam nachhaltige und positive Veränderungen für unsere Gemeinschaften erreichen können.”
Mit dem Delegationsbesuch unterstreichen die WRL und die ARR Konin ihre enge Partnerschaft. Beide Regionen setzen auf Innovation, erneuerbare Energien und internationale Kooperation als Schlüssel für eine nachhaltige, grenzüberschreitenden Zukunft.
Internationaler Austausch, Projekte und Impulse
Zum Auftakt wurden in der Industrie- und Handelskammer Cottbus die strategischen Rahmenbedingungen des Strukturwandels besprochen. Dabei ging es unter anderem um die deutsch-polnische Wirtschaftskooperation sowie die Bedeutung grenzüberschreitender Strukturen wie der Euroregion Spree-Neiße-Bober.
Einen Schwerpunkt auf Forschung und Innovation setzte der Besuch des Energie-Innovationszentrums (EIZ) der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg. Vorgestellt wurden aktuelle Forschungsansätze im Energiebereich sowie Kooperationsmodelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Von besonderem Interesse waren die Darstellungen zur Cybersecurity in Energienetzen und neuartiger Katalysatoren für die Herstellung von Methan und Methanol. Der Austausch zielte darauf ab, Innovationspotenziale frühzeitig zu erkennen und für die wirtschaftliche Transformation nutzbar zu machen.
Wie Strukturwandel auch industriell erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigte der Besuch des Fahrzeuginstandhaltungswerks der Deutschen Bahn in Cottbus. Das Werk gilt als eines der zentralen Strukturwandelprojekte der Region und steht beispielhaft für die Sicherung und Entwicklung industrieller Arbeitsplätze im Zuge des Braunkohleausstiegs.
Am zweiten Tag rückte die kommunale Perspektive in den Fokus. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung für Bürgermeister und Amtsdirektoren im Stadthaus Cottbus tauschte sich die Delegation mit Vertreterinnen und Vertretern Lausitzer Kommunen über praktische Erfahrungen des Strukturwandels aus – von Infrastruktur- und Energiefragen bis hin zu neuen wirtschaftlichen Entwicklungspfaden.
Ergänzt wurde der Austausch durch Impulsvorträge von Fred Mahro, Bürgermeister der Stadt Guben, zur kommunalen deutsch-polnischen Netzwerkarbeit sowie von Rafał Duchniewski (Stadt Konin) und Jacek Slanina (Stadtwerke MPEC-KONIN) zum Strukturwandel im Kohlebecken Konin. Dabei standen insbesondere Geothermie und Fernwärme als konkrete Lösungsansätze für eine nachhaltige Energieversorgung im Mittelpunkt.
Text: WRL-Presseinformation vom 11.02.2026
Bild: WRL/N. Arnold